Stoffgesetzforschung für Steinsalz

Stoffgesetzforschung für Steinsalz

Steinsalz Kriechvermögen

Das Materialverhalten von Steinsalz ist gekennzeichnet durch ein ausgesprochen großes Kriechvermögen einerseits und sprödes Versagen andererseits. Der Übergang vom gutmütigen, bruchlosen Kriechen in das spröde Bruchverhalten hängt von der Deformationsrate und dem Spannungszustand ab. Das am Institut für Geotechnik neu entwickelte, an zahlreichen Triaxialversuchen validierte, viskoplastische Stoffgesetz für Steinsalz bildet erstmals die Kriech- und Brucheigenschaften des Steinsalzes in einem zusammenhängenden Stoffgesetz ab.

Anwendungsfelder bieten sich z.B. im Kalibergbau, in dem die Kalisalze im Untertagebau gefördert und aufbereitet werden und bei der Endlagerung toxischer oder radioaktiver Abfälle. Die bei der Aufbereitung des Rohsalzes anfallenden Rückstände werden beim Kalibergbau übertägig auf Halden, deren Höhe zum Teil 200 m übersteigt, abgelagert.

sprödes Versagen

Die Untersuchung zur Einlagerung von toxischen bzw. radioaktiven Abfällen erfordert zutreffende Prognosen über das Langzeitverhalten der technischen Barrieren (Behälter und Ver-schlussbauwerke), die den Schadstoffaustritt in die Biosphäre vollständig verhindern müssen. Hierzu stellt das neuentwickelte viskoplastische Stoffgesetz ein ideales Instrument zur realitätsnahen Simulation der Barrierebeanspruchung und der damit zusammenhängenden Sperrwirkung dar.